| 29. Mai 2010 Bernau - Den "Auftakt" zur Lachnummer gemacht |
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| Geschrieben von: BGR |
| Mittwoch, den 02. Juni 2010 um 20:15 Uhr |
29. Mai 2010 Bernau - Den "Auftakt" zur Lachnummer gemacht
Am 29.5.10 wollte die neofaschistische Kameradschaft Märkisch Oder Barnim als Auftakt einer ganzen Serie von Veranstaltungen einen Marsch durch die Stadt Bernau durchführen. Um diese Provokation zu verhindern, rief das Bündnis "Brandenburg Nazifrei" ( http://www.aktionsbuendnis-brandenburg.de ) zu einer Blockade auf. Zahlreiche Unterstützer, so auch... unser Königs Wusterhausener Aktionsbündnis gegen Rechts, schlossen sich dem an. Als wir kurz nach 10:00 Uhr am Veranstaltungsort eintrafen waren schon mehrer hundert Blockierer und Gegendemonstranten anwesend. Bis 12:00 Uhr kamen immer mehr engagierte Bürger, ob jung oder alt, aus Bernau, Berlin und Brandenburg. Die Blockierer waren wieder ein breites Bündnis aus Parteien (Linke mit Dagmar Enkelmann, SPD, Grüne und vermutlich noch anderen), Juso, Solid, VVN-BdA, Autonome Antifa, usw. Die Barnimer Polizei war mit Einsatzkräften aus Berlin und Brandenburg verstärkt worden. Das Wetter war sehr schön und der Pfarrer hat um 12:00 Uhr, als die Nazis losmarschieren wollten, von der Kirche nebenan Sturm geläutet. Also war offensichtlich auch Gott mit uns. Die Blockade befand sich an der Kreuzung Breitscheidstr. / Bahnhofstr. / Ulitzkastr., einem für den Verkehr strategisch entscheidenden Punkt. Vor der von der Polizei aufgestellten Absperrung hatte sich ein großer Teil der Blockierer auf den Asphalt gesetzt und hielt das auch bis zum Ende durch. Wer nicht so gut im Sitzen war, der stand. Es ging bunt, sowohl optisch (Plakate, T-Shirts, Luftballons usw.) als auch akustisch (Gespräche, Sprechchöre und Musik) zu. Ein Lautsprecherwagen übertrug den Auftritt einer Band und verschiedene Reden. Volksküchen verteilten Eintopf, was jenen half, die selbst nicht genügend zu essen mit hatten. Doch diese Lockerheit wich ruckartig einer gemeinsamen Entschlossenheit, wenn an der Bahnhofsbrücke Nazis auftauchten oder die Polizei Anstalten zu einer Aktion machte. Es sollen ca. 100 Nazis für ihren Marsch bereit gestanden haben. Wir waren mindestens fünf Mal mehr. Das hat uns gefreut. Gleichzeitig war ich abends tief enttäuscht im Vergleich mit den Tausenden, die für Lena mit ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest begeistert auf die Straße gingen. Ist alles relativ? Um 13:08 Uhr erging die erste offizielle Aufforderung der Polizei zur Räumung. Konfliktbeamte drängten sich durch die Blockierenden, informierten über Gesetzwidrigkeiten und forderten uns zum Verlassen des Platzes auf. Sprechchöre wie:„Jungs, redet nicht, setzt Euch zu uns!“ oder: „Morgen sitzen Eure Kinder hier!“ waren die Antwort. Noch enger Zusammenrücken und das Hinsetzten derer, die bis dahin standen, war die Reaktion. Es war klar: keiner würde freiwillig weichen. Das wiederholte sich in Abständen von ca. 15 Minuten noch zwei Mal. Wenn ich die Körperhaltung der eingesetzten Polizisten richtig deute, hatten die keinen Bock darauf, sich für die Nazis auch noch körperlich einzusetzen. Am Rande zu sehen, eine Beratung der Polizeiführer. Der Einsatzleiter ging Richtung Stellplatz der Nazis. Um 14:00 Uhr die Mitteilung: Die Nazis geben auf und ziehen ab Richtung Bahnhof Bernau. Wir hatten gesiegt und bejubelten diesen Teilerfolg, bis wir sicher sein konnten, dass die Nazis abgereist waren. Zu dem schönen Wetter kamen noch die Freude, die Genugtuung und das Gefühl, dass wir gemeinsam stark sein können, um die Demokratie vor den Neonazis zu schützen. Je größer die Anzahl der Blockierer, desto größer ist die Aussicht auf einen gewaltfreien Erfolg. Ein weiterer Sieg, wenn auch noch so klein, hat mal wieder richtig gut getan hat.
BgR (Königs Wusterhausen)
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. Juni 2010 um 23:40 Uhr |




